20.3. - 22:00 - Schatten

Es ist spät. Nachtstunde, die Schatten melden sich zu Wort. Da rührt sich dieser Tage eine Mulmigkeit in mir. So ein „Achtung“, so ein Zögern. Da sitzt ein Stachel im Fuß, ich schreibe auf, was mich sticht, um es loszuwerden. Man spricht dieser Tage viel von Solidarität. Davon, wie hilfsbereit und zugewandt alle sind. Darf ich es aussprechen? Ich habe Angst, dass es gerade der erzwungene Abstand ist, der uns so solidarisch sein lässt. Wir helfen von hinter dem Bildschirm. Von daheim, aus der Ferne. Werden wir es schaffen, das Helfen, das Dasein auf die Zeit danach zu übertragen? Werden wir kommen, zupacken, und die Müden entlasten? Werden wir bereit sein, die Staffel zu übernehmen von jenen, die jetzt gerade da sein und anpacken müssen, bei der Pflege, im Handel, an der helfenden Front?

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Kommentare: 7
  • #1

    Birgit Toman-Kreutmayr (Freitag, 20 März 2020 23:46)

    Liebe Barbara!+

    Ich glaube schon, dass wir es "danach" schaffen können, ABER wir werden einander liebevoll und intensiv auch immer wieder darauf hinweisen müssen. Mit Worten wie "erinnere Dich, was wir uns alle in dieser Zeit vorgenommen haben, wir müssen ACHTSAM bleiben und DENKEN, NACHDENKEN und auch VORDENKEN und nichts als ständig präsente, greifbare Selbstverständlichkeit ansehen. Das Leben kann sich in jedem Moment komplett verändern..." Und..... wer weiss dies besser als Du !

    Mit herzlicher Fern-Umarmung
    Birgit

  • #2

    Georg Schipek (Freitag, 20 März 2020 23:55)

    Schön ehrlich! Ehrlich schön!

  • #3

    Isabel (Samstag, 21 März 2020 01:44)

    Liebe Frau Pachl-Eberhardt, ich verfolge ihre Texte und Bücher schon eine ganze Weile. Immer als stille Mitleserin. Heute muss es endlich mal raus: ich finde ihre Art zu schreiben wunderbar! Wunderbar ehrlich, nachdenklich, sehr feinfühlig und sensibel. Sensibel für das, was um sie herum passiert, WAS sie wahrnehmen und WIE sie es wahrnehmen. All zu oft kann ich mich damit gut identifizieren, mich in sie hineinfühlen. Ich lese sehr gerne von ihnen und schätze am meisten diese Ehrlichkeit und Unverfälschtheit. Und ich möchte ihnen danken. Danken im Allgemeinen, dass sie uns Einblicke in ihre Welt gewähren und danke sagen möchte ich persönlich, dass sie mir in so vielerlei Hinsicht ganz viel Mut gemacht haben mit ihren Geschichten, mit ihrer Lebensfreude und Energie, aber auch mit ihrer ehrlichen Art zuzugeben, wenn es mal nicht so gut läuft. Sie haben mich schon sehr häufig zum Nachdenken und zum weinen gebracht aber auch zum Staunen und zum Lachen. Ich bin wirklich beeindruckt von ihrer Sicht auf die Dinge und wie sie es immer wieder schaffen in allem das Positive zu sehen. Sie haben einen unermüdlichen Lebensmut und eine innere strahlende Kraft in sich von der man viel lernen kann. Sie machen Mut, Barbara und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie auch diese Krise überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen können. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Liebe dieser Welt und Wärme die sie umgibt. Bitte bleiben Sie so wie sie sind!

    Eine, nun nicht mehr stille, Mitleserin.

  • #4

    ursula trieb samstag,21.März 6:22 uhr (Samstag, 21 März 2020 06:24)

    danke,
    dass ihre worte nicht plakativ sind,
    dennoch so tief gehen
    mit ganz viel herz will ich mit ihnen
    und jenen sein, die dieser tage
    voller hoffnung und beharrlichkeit
    einen fuß nach dem anderen
    in eine gesunde heilsame richtung setzen!
    Gemeinsam- statt einsam!

    gottes segen für uns alle!

    P.S. heute ist Frühlingsbeginn!
    Die Zeichen der Natur stehen deutlich auf "Neues Leben" !

  • #5

    Claudia Rastätter (Samstag, 21 März 2020 08:52)

    Liebe Barbara ! Wir duzen uns schon lange ,weil Deine Gedanken , Deine Erfahrungen , Dein Wissen , vor allem Deine Herzensgüte mich seit Deinem 1. Buch begleiten , und mir in schwersten Stunden Kraft und Wiederzumirfinden geschenkt haben und schenken . Und jetzt gibst Du uns in Deinem Blog wieder die Möglichkeit ,mit Deiner Begleitung gut durch diese Zeit zu leben . Vielen Dank für all das , und jetzt wünsche ich Dir GUTE und schnelle BESSERUNG, und alles Gute für Dich und Deine Lieben ! Liebe Grüße und Herzensdank Claudia

  • #6

    Regina (Samstag, 21 März 2020 10:27)

    "Wir" werden weiter solidarisch sein und handeln und "wir" werden wieder in unsere Alltage zurückkehren, die andere Prioritäten setzen.
    Ich spreche nur für mich, wenn ich sage, es wird sich nicht sehr viel ändern, einfach nur, weil ich bereits seit fast 40 Jahren aus Überzeugung so lebe, wie es jetzt viele tun: hilfsbereit, aufmerksam, spontan flexibel ...
    In so vielen Jahren lernte ich die guten und die schlechten Seiten meines Ideals kennen und musste in jüngster Vergangenheit klar definieren, was ICH wirklich leisten WILL und strikt davon trennen, was andere als selbstverständlich, weil gewohnt, von mir erwarten.
    Deshalb freue ich mich z.Zt. über all das "Über sich hinauswachsen" und all das "Mache net mulle" (Machen, nicht nur darüber reden).
    Ich bin davon überzeugt, dass gerade sehr viel Gutes gesät wird und nehme gelassen und bewusst an, dass nicht jeder gute Samen auf guten Boden fällt. Aber das, was aufblüht, wächst und gedeiht, können "wir" hegen und pflegen (mache) und das, was sich nicht weiter entwickelt still in guter Erinnerung halten (net mulle).

  • #7

    Christa (Samstag, 21 März 2020 18:21)

    Vieles wird sich ändern und wir werden uns verändern. Das, was wir alle in den Wochen des "Abgeschottet-Seins" mit uns und in uns erleben, wird das Bewusstsein klären und die Sicht auf unser Zusammenleben auf den Kopf stellen. Jede Katharsis fordert leider auch Opfer, ist aber immer eine Chance - die wir unbedingt nützen sollten!
    Ein liebevolles Miteinander soll Wirklichkeit werden!