20.3. - 8:30 - Entspannung ade?

 

„Ich geh jetzt duschen.“ 

„Ich komm mit!!“

„Erika, du bleibst doch immer beim Papi, wenn ich dusche.“

„Ich komm aber mit!!!“

„Ok, komm.“ 

Die Dusche am Morgen ist mir heilig. Das ist meine Viertelstunde, in der die Tür zu ist, in der ich ganz für mich sein kann und gezielt jede Faser entspanne. Ich brauche diese Vierteilstunde allein, ohne sie geht wirklich gar nichts. So dachte ich bis heute. Heute nehme ich Erika mit ins Bad. Warum? Weil dieses „Ich brauche unbedingt ...“, dieses „Ich kann nicht ohne“ gerade an allen Ecken abbröckelt. Wundersam: Ich habe die Entspannung trotzdem gefunden. 

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Kommentare: 5
  • #1

    Kathrin Sieder (Freitag, 20 März 2020 10:50)

    Vielen Dank dir für deinen neunen Blog. Als Mama geht mir das ins Herz. Heute habe ich Wutentbrannt gesagt "Ich gehe alleine in den Wald". Hab mich angezogen, zwei weinende und schreiende Kinder an den Füßen. Mich losgerissen und die Tür hinter mich zugezogen.

    Mir kommen die Tränen, weil ich dann meine so nicht sein zu dürfen. Doch die 24h Mama die überlastet mich. Ich komme in eine unendliche Trägheit und kann scheinbar gar nix mehr.

    Ich war dann alleine im Wald und gut war es. Die kInder nachher quietschvergnügt, als wäre nix gewesen. Ich aufgetankt und weiter geht es.

  • #2

    Maria Lisi (Freitag, 20 März 2020)

    Liebe Barbara!
    Vielleicht ein kleiner Trost für Dich:
    Mein Sohn ist jetzt
    36 Jahre alt. Als er so klein war wie Erika ist er sogar mit mir auf's Klo mitgegangen. Das war nicht immer einfach....aber heute denke ich mit lachendem Herzen an diese Zeit zurück.
    Ich wünsche Dir noch unzählige entspannende Duschen ganz für Fich alleine!
    Es grüßt dich herzlich und hoffnungsfroh Deine Maria Lisi

  • #3

    Karin Bröcher (Freitag, 20 März 2020)

    Liebe Barbara,
    zunächst einmal ganz baldige Genesung des gerade bestehenden Infektes, jegliche Art von Erkältungssymptomen lösen derzeit noch mehr Ängste aus. Die kleine Erika spürt das sicher, und will die Mama beschützen. Das sind die schönen Elemente dieser weltweiten Krise, die unser Herz berühren, meins zumindest!
    In Gedanken seit Jahren tief verbunden!
    Karin Bröcher

  • #4

    Wolfgang Katzer (Freitag, 20 März 2020 13:22)

    Meine Kinder haben mir vor kurzem ein Bild zukommen lassen. Ich sitze auf dem Klo und alle 4 stehen "wie die Orgelpfeifen" in der Türe. Nun ja, ich weiß nicht wie ich damals über den Moment dachte. Heute jedenfalls schaue ich wohlgesonnen und amüsiert auf dieses Bild und freu mich dass sie erwachsen geworden sind und sich zusammen mit mir über so ein Foto freuen können. Viel Kraft und eine gute Zeit. Am Ende ist eh alles recht.

  • #5

    Birgitta Cremer-Michna (Freitag, 20 März 2020 16:55)

    Liebe Barbara,
    meine Kinder krabbelten auch überall hinter mir her. Und während ich mein Geschäft verrichtete, haben sie (heute 29 u 27 J) mit Vorliebe Klopapierrollen auseinander gezupft und überall verteilt.
    Damals war ich sicher das ein oder andere Mal "leicht" genervt. Aber daran erinnere ich mich kaum noch. Heute freue ich beim Anschauen der Fotos und mein Empfinden ist:
    Mein Gott, wie schön, dass ich das alles erleben durfte.
    Bleibt gesund!
    Und ganz herzliche Grüße