21.3. - 16:30 - Schnee

Es schneit. Durch die Terrassentür unseres Landhauses, in dem wir diese Tage und Wochen verbringen, sieht man Flocken zu Boden fallen. Erika hat heuer noch keinen Schnee gesehen, und ob sie sich an den einen Schneeausflug vor einem Jahr erinnern kann, weiß ich nicht. Sie ist nicht aufzuhalten. „Ich will raus.“ Das sagt sie nicht als Befehl, nicht in quengelndem Ton, sondern ganz ruhig, als Feststellung. Mehr Gewissheit als Wunsch. Niemand, auf den noch irgendwie Verlass ist, könnte auf die Idee kommen, zu widersprechen. Wir gehen raus. Es ist kalt, nein: eiskalt. Wir haben keine Handschuhe mit. Schnell schustere ich einen Mini-Schneemann zusammen und sage dann „Komm, wir gehen uns aufwärmen.“ „Nein.“ Wieder diese Ruhe. Nach zehn Minuten bin ich ein einziger Schüttelfrost. Erika hat rote Backen - und tiefrote Finger. Ulrich ist sehr besorgt, immerhin husten wir alle. Ich finde die Lösung: Eine große Plastikwanne, eine Schaufel, das Schneegestöber wird ins Vorzimmer verlegt. Dreißig Minuten Glückseligkeit, dann kommt die Wanne raus. Der Schnee wird bis morgen halten. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Sonntag, 22 März 2020 09:40)

    SUPER ! Gratulation zu dieser Kreativität !!