24.3. - 6:00 - Pläne

Einer der Tipps, den ich bekommen habe, als ich fragte, wie man die Coronazeit mit Kleinkind überleben soll, lautete: Mach einen Tagesplan, möglichst genau, zeichne ihn auf und erkläre ihn deinem Kind. Spielzeit, Kochzeit, Mama-für-sich-Zeit ... Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte. Wenn eh alles so schwierig ist, auch noch einen Plan machen und sich selber dann dran halten müssen? Nein, das war nichts für mich. Jetzt, am Tag 10, merke ich: Es gibt einen Plan. Es gibt einen Rhythmus. Nicht meinen. Sondern den, der sich langsam einpendelt. Er wird immer verlässlicher. Ich merke: Pläne, die man macht, sind lang nicht so gut wie Pläne, die man erkennt.

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Kommentare: 3
  • #1

    ursula (Dienstag, 24 März 2020 17:58)

    das trifft auch auf mich zu als pensionistin. ich höre genau hin..... dann spüre ich was als nächstes dran ist. sehr vernünftig barbara!!! den plan sich entwickeln lassen....
    ich hoff es geht mit der Gesundheit wieder aufwärts in eurer Familie :-))))))

  • #2

    Christa Nicka (Dienstag, 24 März 2020 18:33)

    Liebe Barbara,
    ja, das stimmt!
    Pläne, ich würde sagen, Rhythmen, denn es geht hier um Zeit, die sich einpendeln, sind die besseren, als die im Kopf ausgedachten, die einen trotz Entschleunigung atemlos machen!
    Andrea und ich sind in unserem schmucken Häuschen schon ziemlich lange allein!
    Gott sei Dank blicken wir hinaus in unseren schönen Garten und in die Natur!
    Jeden Tag müssen wir mindestens 1 Stunde hinaus ins Freie.
    Da fahren wir mit unserem Doppelfahrrad unsere Runde: Hinüber zum Teich, beim Lift vorbei, wo noch Schnee liegt, füttern unsere lieben Enten, die schon angewatschelt kommen, wenn sie uns sehen und dann zum Kindergarten, wo sich nichts rührt, weiter auf einer Nebenstraße entlang des Waldes, wo wir die Huflattiche, Schneeglöckchen, Veilchen, Leberblümchen Frühlingsknotenblumen und Krokusse bewundern, hinauf bis zum Rechenbacher Kreuz, zu einer kleinen Kapelle, wo wir inne halten und weiter bis zum 3. Holzstoß, wo die gefällten Baumstämme schön geschlichtet übereinander liegen.
    Bevor es dann ziemlich bergauf geht machen wir kehrt und fahren vorbei an unserem Nahversorger , an der Gemeinde und der Feuerwehr vorbei, zurück in unsere kleine Siedlung!
    Der Radausflug ist der Höhepunkt unseres Tages!
    Ansonsten kochen, backen, lesen, basteln, Gartenarbeit, und viel faulenzen.
    Andrea setzt sich jeden Tag von sich aus 1Stunde zum Klavier und spielt immer von 16,00 bis 17.00
    Sie ist so unkompliziert und brav und total ausgeglichen!
    Da könnten sich die sog. Nicht Behinderten von einer Frau mit Down Syndrom, etwas abschauen!
    Natürlich gehen ihr die sozialen Kontakte ab, aber als sog. Behinderte hat sie gelernt, mit wenig auskommen zu müssen!
    Diese Bescheidenheit, in der sie sich üben musste, kommt ihr jetzt zugute!
    Viel Gesundheit für dich und deine Familie!

  • #3

    Regina (Mittwoch, 25 März 2020 07:42)

    Ich musste schmunzeln, grinsen , lachen � PLÄNE �
    Inzwischen glaube ich, ich schreibe Pläne, wegen des Schreibens an sich.
    Es scheint wie der Entwurf geometrischer Muster: Zeiten, Absichten, Doppelpunkte, Bindestriche, Unterstriche, Spalten, dazu die Schriftart (schnelle Schreibschrift, ordentliche Druckschrift) und die Wahl des Papieres, der Stifte - Ausrisszettel, bunte Post Its, Briefbögen mit und ohne Motiv, irgendein Kuli, ein sanft gleitender Kuli mit glänzender Tinte, bunte Fineliner ...
    Letztlich hat nicht mal ein Einkaufszettel Bestand �
    Diese Gedanken zeigen sich erst NACH deinem Eintrag, angeführt von dem wehmütigen: "Ich hatte doch einen Plan!" bevor der Alltag Salti schlug und im Flic Flac durch meine Ideen sauste.
    Und genau mit deinem Eintrag war auch bei mir angekommen: Es ist in Ordnung, wie es ist, weil sich die Ordnungen ergeben, wie in einem ordentlich geschriebenen Plan .