26.3. - 22:30 - Fuchs-Stunden

Bis gestern hat die abendliche Furcht vor dem neuen Tag dominiert und eher keine echte Vorfreude zugelassen. Jeden Abend dieselben Fragen: Wird Erika morgen die Nerven wegschmeißen? Wird ihr ihr Spielzeug so langweilig sein, dass gar nichts mehr geht? Wie sollen wir wieder ganze 16 Stunden hinter uns bringen, vom Aufstehen um 6:30 bis zur Bettruhe um halb zehn?! Heute habe ich genauer hingeschaut. Und gemerkt: Es gibt gute, freundliche Stunden. Stunden, die mich durch ihre Zuverlässigkeit gezähmt haben wie der kleine Prinz den Fuchs. Da ist die erste Stunde nach dem Aufstehen, meist mit Kaffee in Stille, sie wird zur Schmusestunde, wenn mein Kind aufwacht. Die nächste Stunde nährt, mit Frühstück und Tagesbesprechung und ersten Spielideen. Dann folgt unweigerlich eine Stunde Rollenspiel, die mir Freude macht. Die Kochzeit, das Essen. Mittagsruhe, Mann nimmt Kind und liest ihr vor, bis sie schläft ... Ich habe die Fuchs-Stunden weiter gezählt. Es sind 15 von 16. Die einzig schwierige Stunde ist die, in der ich zu viel von mir verlange: Essen so zubereiten, dass es nach den Nachrichten fertig ist, dann schnell vor dem Hauptabendprogramm meine Eltern anskypen, ehe ich Erika das Babybad einlasse. Das ist einfach zu viel für eine einige Stunde. Das geht auf keine Fuchshaut. Morgen wird umgeplant, die Stunde wird entlastet. Ich merke, dass ich mich ehrlich auf morgen freue, auf die lieben Stunden, die am Rand meines Fuchsbaus auf mich warten. 

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Kommentare: 1
  • #1

    lisi (Freitag, 27 März 2020 08:24)

    DANKE, dass du erika nicht einfach mit YouTube ruhigstellst!!!