27.3. - 16:00 - Chopin im Wald

Es ist warm draußen. Nicht ganz so warm wie erhofft, leider recht windig, aber doch zu warm, um das Drinbleiben noch ernsthaft rechtfertigen zu können. Erika ist außer Rand und Band, sie untersucht jedes Gänseblümchen, grüßt jeden Stein im Hof, schaut ihrem Papa beim Reinigen der Abflussrohre zu. „Gehen wir noch zum Marterl?“, schlage ich vor. „Jaaa!“ jubelt Erika und wir machen uns auf den Weg in den kleinen Wald hinter unserem Haus. Am Weg spielen wir ... Vivaldi und Chopin. „Ich weiß ein neues Spiel, Mama“, sagt Erika. „Wie spielen, Vivaldi und Chopin haben sich im Wald verirrt und haben überhaupt nichts mehr zu essen zu Hause und müssen verhungern.“ Ich weiß nicht, wie sie auf dieses Spiel kommt. Wir haben vor ihr kein Wort über Kurzarbeit oder über den Härtefallfonds verloren. Kinder sind Gedankenleser. Und sie haben immer eine Lösung. „Wir spielen, Vivaldi findet im Wald einen Apfel und teilt ihn mit Chopin.“  

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Samstag, 28 März 2020 20:06)

    Ich nehme mir den Satz mit : Kinder haben immer eine Lösung. Ich glaub, das gilt auch für das innere Kind . . . Super !