29.3. - 14:30 - Rollenfindung

Mich mit mir selbst auseinandersetzen. Die eigenen Stärken bemerken, Schwächen erkennen, Scham und Verzweiflung durchleben, Ängsten zuhören und sie ordnen ... das alles sind Aufgaben, die mir der Hausarrest stellt. Dazu gehören zwei Fragen, die immer wieder aus meinem Innenohr tönen. Wer bin ich? Wer will ich in Zukunft sein? Zu Beginn der Corona-Zeit war ich Kleinkind-Mama, überfordert von der Aufgabe, plötzlich nur Hausfrau und Mutter zu sein. Dazu war ich kranke, fiebrige Mama, verzweifelt an der Verantwortung für ein kleines Kind, das mich auch braucht, wenn ich nicht aufstehen kann. Inzwischen beschäftigt mich eine andere Rolle mehr: Die der Autorin, die öffentlich und in Echtzeit über ihr Leben schreibt. Diese Rolle ist völlig neu für mich. Ich bekomme auch viel Kraft, durch das Schreiben und durch die Antworten meiner Leser. Aber ich mache auch Fehler, tappe in Fallen, muss erkennen, dass ich vieles nicht steuern kann. Ich durchlaufe eine Berufsausbildung im freien Fall: Bloggerin in einem Monat. Risiken und Nebenwirkungen inkludiert. 

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