30.3. - 14:40 - Stimmaufwärts

Vor ein paar Tagen habe ich über dieses vage Gefühl geschrieben, das ich nicht gut beschreiben kann. Dieses „Irgendetwas stimmt hier nicht“. Heute habe ich begriffen, was mir fehlt. Bei uns hat es in der Nacht geschneit. Zu Mittag war Traumwetter, Sonne, fünf Grad und diese Art von Schnee ums Haus, der klebt und rutscht und ideal für Kinderspiele ist. Wir waren also draußen. Erikas erster Schnee in diesem Jahr, der zweite überhaupt in ihrem Leben. Erika kennt Schneespiele von Peppa Wutz und Conni. Und sie wollte alles spielen. „Fahren wir mit dem Bob, Erika?“ „Mama, ich tobe jetzt erst einmal herum, dann kehre ich die Sandkiste ab, dann bauen wir einen Iglu, dann spielen wir Vivaldi besucht Chopin im Iglu, dann bauen wir einen Schneemann, einen gaanz großen, und dann fahren wir mit dem Bob.“ Die Worte „herum“, Sandkiste“, Iglu“ und „großen“ muss man laut lesen, mit dieser typischen Hebung in der Stimme, die Aufregung und große Pläne und jede Menge Energie vereint. Es ist dieses Stimmaufwärts, das mir in diesen Tagen fehlt, meiner eigenen Stimme ist es abhandengekommen. Ich muss herausfinden, wo es trotzdem noch geht. 

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