31.3. - 14:00 - Hoheitsrecht

Es gibt da eine Stimme in mir, die ich schon kenne - schon aus der Zeit vor Corona. Ihre Grundtonart ist Rechthaberei, gemischt mit Kompromisslosigkeit. Diese Stimme spricht, nein: ruft in kurzen, hallenden Sätzen. Heute, zwischen Traum und Tag, hat sie sich wieder einmal gemeldet und sprach: Ich fordere ein Hoheitsrecht. Ein Hoheitsrecht auf Sätze, die mir keiner sagen darf, außer ich mir selbst. Sätze wie: „Es hat doch auch was Gutes. Sieh es doch einmal so. Nimm es an. Frage dich, was es dir über dich selbst erzählt. Lass die Angst los.“ Ich weiß aus Erfahrung, dass ich diese Stimme ausreden lassen muss. So lange, bis sie fertig ist und mir und allen die Meinung gesagt hat. Wenn sie wirklich ausreden durfte, kann sie zuhören. Und wird selbst verträglich. Dann fällt ihr ein, dass es sehr wohl Menschen gibt, die mir so etwas sagen dürfen. Nicht jeder darf jeden Satz sagen. Aber es gibt Vertrauensfreundschaften und es gibt Therapiestunden, da haben solche Fragen und Gedanken einen richtig guten Platz.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Judith Manok-Grundler (Dienstag, 31 März 2020 16:04)

    Und genau dort gehört das auch hin - ansonsten nirgendswo.
    Liebe Grüße
    Judith