31.3. - 14:30 - Erziehung

Bei uns ändern sich Dinge. Mancher Spaß ist vorbei. Das spürt nicht zuletzt meine Tochter. Seit wir so ohne Fluchtweg aufeinanderkleben, schaffe ich es nicht mehr so oft, fünfe gerade sein zu lassen. Manche Dinge werden mir wichtig. So wichtig, dass ich strenger werde. Beim Essen wird nicht gemalt und auch kein Märchen erzählt. Wenn ich koche, trage ich Erika nicht herum. Wenn ich drei Sätze mit meinem Mann wechseln will, muss sich mein Mädchen gedulden. Wenn das (kindergerechte) Essen nicht schmeckt, zaubere ich kein schnelles Alternativmenü, sondern es gibt Apfel und Brot. Ich merke, dass Erika, obwohl sie protestiert und alles versucht, um mich rumzukriegen, an diesen Grenzen wächst. Ist diese Erkenntnis auf mich und Corona zu übertragen? Sind die Grenzen gut, die Vater Staat mir setzt? Werde ich an ihnen wachsen? Ist es gut, wenn ich sie akzeptiere? Ja ... und nein. Vater Staat ist anders als Erikas Mama. Denn Erika darf mitverhandeln. Erikas Grenzen werden im Wissen um ihren Reifegrad und ihre wichtigen Bedürfnisse gesetzt. Nicht aus Prinzip. Ich befolge weiterhin brav die Regeln, die der Staat mir vorgibt und nehme den Aufruf zu Wachsen an. Aber „Vater“ werde ich nie sagen, nicht zum Staat und nicht zum Kanzler.  

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