1.4. - 16:00 - Morgen

Wir haben uns die Hände gereicht, mein Mann und ich. Wir haben uns angelächelt, mit dem Lächeln dieser Tage, bei dem die Augen nicht so recht mitlächeln wollen, die Augenbrauen wissend in die Höhe ziehen und der Atem ein wenig seufzt. Viel Liebe, viel Gemeinsam liegt in diesem Lächeln. Wir schenken es einander vielmals am Tag. Es sagt: „Ich weiß, was du durchmachst. Es ist nicht leicht. Aber wir schaffen das.“ Heute haben wir uns die Hände ein wenig länger gereicht als sonst. Ich habe festgehalten. Weil ich dringend etwas sagen wollte. „Es wird diesen Tag geben, da werden wir uns die Hände geben und wissen: Ab morgen dürfen wir wieder raus zu den anderen. Ab morgen ist Normalität.“ Für einen Moment war dieses Morgen, das kommen wird, mit uns am Tisch.   

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Donnerstag, 02 April 2020 19:39)

    Liebe Barbara, ziemlich am Anfang dieses Corona-Tagebuchs schrieb ich mal, dass ich zu denen gehöre, die man beneiden kann. Das stimmt auch, aber eben nur zur Hälfte. Ich lebe allein in meiner Wohnung, und jetzt eben noch "alleiner". So kann ich auch euch zur Hälfte beneiden, um die Gemeinschaft ! So hat jede(r) ein spezielles "Binkerl" :-)