2.4. - 16:00 - Ich kann

‚Ich kann nicht mehr.‘ Das denke ich dieser Tage immer wieder einmal. Beim Rollenspiel, beim Bearbeiten des Posteingangs, beim Versuch, aufzuräumen oder wenn ich zwei, drei Dinge gleichzeitig machen soll. Ich erinnere mich an eine Zeit der Erschöpfung vor zwölf Jahren. Die Wochen und Monate nach dem Tod meiner Familie. Da habe ich vor allem geschlafen. IN Vorträgen sage ich oft, damals hatte ich so wenig Kraft, dass ich überhaupt keine Kraft mehr dazu verwenden konnte, mich zu verbiegen. Ich sage, dass die Trauer mich zu mir selbst kommen ließ. Ich spüre das jetzt wieder. Ich kann. Ich kann viel. Ich kann Nur nicht mehr, als ich wirklich kann. Eigentlich gut, das wieder einmal zu spüren.

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Kommentare: 2
  • #1

    Renate (Freitag, 03 April 2020 13:06)

    Genau, danke für die Erinnerung !
    Dazu fällt mir ein Satz von Fulbert Steffensky ein : Unsere Ganzheit setzt sich aus vielen gelungenen Halbheiten zusammen.

  • #2

    hanna (Freitag, 03 April 2020 20:22)

    Liebe Barbara, der Prozess sich gegen das Verbiegen auf zustellen, scheint mir ein fortwährender zu sein. Vor zwei Jahren ist mein über alles geliebter Mann nach einer sehr langen und schweren Krebserkrankung gestorben. Und Deine Worte passen gut für mich . Ich hatte absolut keine Kraft mehr, mich der Trauer und dem, was andere Menschen von mir erwarteten ... mich dem entgegen zu stellen. In dieser Zeit habe ich zum Glück sehr viel über mich selber gelernt und in mir entdeckt. Gerade vor ein paar Wochen hatte ich für mich das Gefühl, es geht wieder .... ich habe mich ein wenig selber gefunden.
    Und jetzt gibt es diese neue Herausforderung. Ich kann. Ich kann viel. Ich kann nur nicht mehr, als ich wirklich kann. Ich Danke Dir von Herzen für Deine Impulse und Inspiration.
    Hanna