3.4. - 14:00 - Der Schrei

Ich habe einen Vortrag, der handelt von dem Mut, der aus tiefer Angst erwächst. In diesem Vortrag erzähle ich von einer Erkenntnis, die ich in einer Schmerzensnacht hatte, in der ich um meinen toten Mann und meine Kinder schrie. „Das Leben kann mir alles nehmen“, begriff ich damals, „nur eines nicht: meine Fähigkeit, Schmerz zu empfinden. Meine Fähigkeit, um das zu schreien, was ich vermisse.“ Worum ich schreie, worum ich weine, das sind nicht die kleinen Goodies und Annehmlichkeiten des Lebens. Nicht der Kaffee im Palmenhaus. Nicht die Schale Himbeeren, die ich schnell einkaufen gehe. Mein sehnsuchtsvoller Schrei zeigt mir klar, was ihm wirklich wichtig ist. Augenkontakt. Gespräche, Präsenz. Zeit, um ins Leere zu schauen. Zeit für Sport. Nach Corona kommt das alles auf meine Prioritätenliste. Da gehört es sowieso schon lange hin. 

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Kommentare: 1
  • #1

    N (Samstag, 04 April 2020 09:57)

    Viele von uns werden sich selbst näher gekommen sein...
    #"d a n a c h"