4.4. - 14:00 - Atem

In meiner Ausbildung zur Atempädagogin nach Ilse Middendorf haben wir zu Beginn einen Grundsatz gelernt, der den Atem betrifft: Der Atem ist das einzige Geschehen im Körper, das sowohl bewusst gesteuert werden kann als auch unbewusst und automatisch funktioniert. Die Muskeln, die dabei aktiv sind, sind beim unbewussten Atem andere als beim bewussten. Daher nützt es nichts, aktiv „anders“ zu atmen. Sobald man aufhört, ans Atmen zu denken, greift doch wieder das unbewusste Muster. Die Middendorf-Arbeit zielt auf dieses unbewusste Muster ab. Sie lädt den Atem ein, auf Angebote wie Dehnung, Berührung, Bewegung zu reagieren. Sanft, offen und ohne Zwang. Man nimmt sich nichts vor. Man ist aufmerksam und nimmt wahr, worauf der Atem gerne reagiert. Ich denke nach: Was kann ich mir selbst nach Corona anbieten, um alte Muster zu verändern - achtsam, ohne Vorsatz, ohne einen Druck, der ohnehin nicht halten würde?

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Sonntag, 05 April 2020 20:39)

    Diesen Text werde ich mir abschreiben, morgen, wenn ich wieder frisch und munter bin, und ihn mir in mein Tagebuch legen. Dort kommt ja das Thema " Muster verändern" oft vor. ( Heute reicht die Kraft nur mehr für einen Notizzettel, damit ich nicht vergesse :-) )
    Danke, Barbara !