4.4. - 22:00 - Wer ist dann schuld?

Das Virus hat mein Leben umgebaut. Gedankt habe ich ihm dafür nicht. Zwar erkenne ich langsam die Vorzüge der von außen erzwungenen Situation (Regelmäßigkeit, Reduktion, Hinschauen statt flüchten, Absagen, was nicht geht), aber trotzdem sehe ich das winzige C eindeutig als Feind. Einen Feind zu haben hat Vorteile. Was nun gelingt, darf ich mir selbst zuschreiben, da darf ich stolz auf mich sein. Was nicht gelingt, was schmerzhaft ist, das kann ich getrost auf Corona schieben. Wie praktisch. Ich habe Angst vor dem Danach, in dem ich vielleicht selbst Veränderung anstrebe. Auf wen kann ich dann böse sein? Wem kann ich die Schuld geben, wenn es weh tut, Angst macht und nicht so gut läuft wie erhofft?

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate (Montag, 06 April 2020 15:22)

    Ich möchte hier nochmal den Satz schreiben, den ich schon mehrmals gelesen hab und der mir immer wieder gut tut, wenn er mir einfällt :

    "Wir werden über die Brücke gehen, wenn wir bei ihr angelangt sind."

    Für mich heißt das : dort sehen wir (es)dann, wie es ist/geht.