5.4. - 11:00 - gutes Zeichen

Wenn ich heute auf meine Gedanken von gestern zurückschaue, werte ich sie als gutes Zeichen. Wann kann man sich den Luxus von Gedankenspielen leisten? (Auch knifflige und spaßlose Gedanken betrachte ich als Spiel, denn sie bestehen ja vor allem aus Konjunktiven, aus „So tun, als ob“ und Ausspielen von Optionen.) Als ich mit Fieber im Bett lag, als ich verzweifelte, weil ich vergessen hatte, meinem Mann „Tomaten“ auf die Einkaufsliste zu schreiben, als ich Erikas Zorn puffern musste, weil sie ihre Großeltern nicht sehen darf, als ich über Ausgaben-Einnahmen-Rechnungen und Härtefonds-Formularen saß, habe ich nicht über das „Danach“ oder über die Frage sinniert, welches Leben ich führen will. Grübeln heißt: Derzeit keine reale Gefahr. Das ist doch schon was. 

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